Es kostet immer ein bisschen Überwindung, Blumen frisch aus der Natur abzuschneiden. Vor kurzem bin ich über einen Hinweis gestoßen, der mir jedoch wissenswert zu diesem Thema erschien: beachtet man den perfekten Schnittzeitpunkt der jeweiligen Blumengattung kann die Haltbarkeit der geschnittenen Blume nahezu jener Blühdauer der selben Pflanze im Freien entsprechen...

Der perfekte „Erntetermin“ bei Korbblütlern (z.B. Ringelblume, Purpur-Sonnenhut oder Kamille) liegt demnach vor, wenn zwei bis drei Kreise der Röhrenblüten geöffnet sind.

Bei Rispenblüten (z.B. Flieder, Weinrebe oder Veronika) sollten ca. 20% der Blüte erreicht sein.

Bei Doldenblüten hingegen (z.B. Hortensie oder Astrantia) liegt der perfekte Schnittzeitpunkt vor, wenn die Blüte bereits fasst voll erblüht ist.

Zwiebelblumen (z.B. Tulpe, Hyazinthe, Lilie) sollten knospig geschnitten werden. So wird die Haltbarkeit und Blühdauer in der Vase verlängert.

In der Wissenschaft nennt man diese Untersuchungen „Nach-Ernte-Psychologie“. Natürlich spielen eine Vielzahl weiterer Faktoren eine Rolle bei der Verbesserung der Haltbarkeit, die Vorsorge beginnt aber bereits in dem Moment der Ernte. So sollten beispielsweise junge Triebe oder nicht ausgebildete Seitenknospen sofort abgeschnitten werden, da sie viel mehr Wasser verdunsten als ausgereifte. Auch die Blätter und Seitentriebe des unteren Stengeldrittels sollten komplett entfernt werden, während die verbleibenden Blätter um ca. ein Drittel reduziert werden. Unmittelbar nach dem Schnitt müssen die Blumen zwei bis drei Stunden ins Wasser gestellt werden bevor sie 'weiterverarbeitet' werden. Das direkte Einstellen der frisch geschnittenen Blumen ist auch meiner Erfahrung nach wirklich entscheidend! Die sofortige Versorgung mit Wasser kann ihr Leben in einer Vase deutlich verlängern. Aber natürlich spielt auch die Wasserqualität eine wichtige Rolle. Was es hierzu zu beachten gibt erkläre ich ein anderes Mal ;)

Eure Karolina