Blumen selbst schneiden

Handel

Seit einigen Jahren sprießen in ganz Deutschland Blumenfelder aus dem Boden. In großen roten Lettern auf meist gelben Grund steht da unmissverständlich und einer Aufforderung gleich: „Blumen selbst schneiden“. Auch wenn die Felder meist an stark befahrenen Schnellstraßen liegen und das spontane Anhalten oftmals nicht ganz ungefährlich ist, fällt das Vorbeifahren an der aufgereihten Blütenpracht sehr schwer. Gladiolen, Stück 50 Cent, Dahlien 30 Cent oder Sonnenblumen für 1 Euro. Wer kann da verzichten?

Im Frühjahr lassen einen Tulpen- und Narzissenfelder meinen, man sei in Holland unterwegs. Mit Erdklumpen an den Schuhen und dreckigen Händen komme ich oft von diesen Blumenfeldern zurück, ernte rollende Augen von meinem Liebsten, der meist im Auto wartet, und merke erst viel zu spät, dass ich womöglich gar nicht so viele Vasen zu hause habe, die all die geschnittenen Blumen fassen werden. Egal, dann werden sie eben verschenkt! Eines dieser „Blumen-selbst-schneide-Felder“ liegt ganz in der Nähe meiner Wohnung, also sehr innenstadtnah. Man kann sich kaum vorstellen welch Trostlosigkeit hier herrscht. Kaum blitzt nur der Hauch einer farbenfrohen Blüte aus den zarten Knospen, schon ist das Feld abgemäht, platt getrampelt und einem Schlachtfeld gleich.

Der Andrang an diesen Feldern in „sehr guter Lage“ ist so enorm, dass man, kommt man nur ein paar Tage zu spät vorbei, von der lang ersehnten Blüte nichts mehr abbekommt. Damit dies nicht geschieht, habe ich die Suche übers Internet aufgenommen. Leider sind hier bisher nur wenige Felder zu finden. Einige sind allerdings hier verortet. Wäre es nicht schön, wenn es eine Seite gäbe, auf der sowohl der Ort als auch die Blumenauswahl und der prognostizierte Blühzeitpunkt aufrufbar wären? Und mehr Felder – zum Beispiel auf Stadtbrachen oder in Parkanlagen – wären doch auch toll!

Eure Silvia